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Das Land Yerodin

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Der Anfang

Die Chroniken der Kinder Danus

Die Zeit konserviert Ereignisse, lässt Erfahrungen machen, lässt Geschichten entstehen und bringt immer Veränderung hervor. Manchmal sind es kleine und unmerkliche Veränderungen, wie ein Felsen, der mit der Zeit durch die Berührung fließenden Wassers seine Gestalt ändert. Dann sind es wieder große Veränderungen, die das Leben von Menschen oder gar Völkern verändern. Von einer solchen Veränderung soll hier die Rede sein.

Vor mehr als eintausend Jahren lebten eine Vielzahl von Stämmen in den Gefilden von Alba, einem Land im Norden Britanniens.
Zwei dieser Stämme lebten in ewiger Fehde miteinander und viele der Menschen, die ein Leben mit Kampf und Entbehrung führten, kannten nicht einmal mehr die Ursprünge der Fehde. Die Macht wurde nahezu täglich umverteilt, die alte Ordnung in Frage gestellt und die Priesterinnen der Danu verloren immer mehr an Einfluss. Nur wenige hielten an den alten Riten fest, hielten Danu in Ehren und versuchten diesen Krieg zu beenden. Doch die, die es versuchten, mussten zumeist im Verborgenen arbeiten, denn die Machthaber fürchteten um ihre Pfründe. Wer gegen sie war, konnte allzu leicht sein Leben verlieren.

Das Land war ausgebeutet und von Schlachten verheert. So geschah es, dass Danu einem Mann und einer Frau erschien, die einander nicht kannten, aber Danu in Ehren hielten. Der Mann in dem einen und die Frau in dem anderen Land. Danu machte beiden ein Angebot. Sie sollten in ihren Ländern die Menschen um sich scharen, die Frieden und nach Danus Lehre leben wollten. Dann sollten sie allen Danus Wunsch nach Frieden nahe bringen und sowohl das Land als auch die Menschen heilen. Dazu könnten sie die Hilfe der Göttin erwarten.

Die beiden taten, wie ihnen von der Großen Mutter vorgegeben war, aber sie trafen auf erheblichen Widerstand. Einige derer, die der Frau und dem Mann halfen, Danus Wort zu verkünden, wurden getötet und Danu erkannte, dass das Land nicht zu retten war. Also machte sie dem Mann und der Frau ein weiteres Angebot. Sie sollten ihre getreuen Mitmenschen auf Schiffe bringen und mit ihnen die Heimat verlassen. Danu würde sie an einen Ort bringen, an dem das Land noch gesund wäre und an dem sie den Frieden leben könnten, nach dem sie sich verzehrten.
Und so geschah es. Beide versammelten ihre Getreuen um sich und fuhren auf Danu vertrauend mit mehr als hundert Schiffen auf das Meer hinaus. Und Danu hielt ihr Versprechen. Sie hatten auf jedem Schiff ein Fass, welches stets frisches Wasser führte und an jedem Tag war die Vorratskammer gefüllt, so dass keiner der Menschen an Hunger oder Durst sterben würde.

Auf dieser Fahrt ins Ungewisse, vertrauend auf Danu, lernten der Mann und die Frau einander kennen und schätzen. Und ebenso lernten sich zwei verfeindete Völker schätzen, denn sie verband der Wunsch nach Frieden und die Sehnsucht, ihre alten Bräuche wieder pflegen zu dürfen.
Nach nahezu zweihundert Tagen auf See erschien erneut Danu und kündigte das baldige Ende der Reise an. Sie führte die Menschen zu einem Land, welche fast eine eigene Insel war. Lediglich im Nordwesten war das Land offensichtlich durch eine Landzunge mit einem, damals unbekannten, weiteren Landstrich verbunden.

Die Schiffe fuhren in eine Bucht, einem natürlichen Hafen gleich und nach ewig erscheinender Zeit betraten die Menschen wieder festen Boden. Und Danu nannte den Menschen den Namen des Landes: Yerodin, das Land der drei Drachen.
Der Name ängstigte die Menschen, aber Danu beruhigte sie und trug ihnen auf, den Bewohnern des Landes friedfertig und freundlich zu begegnen.

Dann machten sich die Menschen daran, das neue Land zu betreten. Sie fanden vor, was Danu versprochen hatte, riesige Wälder voller Wild, fruchtbares Land, klare Flüsse und Seen und eine Küste, an der man leben konnte.

Nachdem man sich eingelebt hatten, riefen der Mann, sein Name war Eboreus ap Brandhup, und die Frau, ihr Name war Caitlyn ap Tormyn, die Menschen zusammen. Bei dieser Zusammenkunft, der ersten großen Versammlung auf Yerodin, präsentierte Eboreus ein tellergroßes Ornament, das einen Raben darstellte. Der Rabe stellte ein bedeutendes Tier in der Mythologie Danus dar. Er stand für Weisheit und Klugheit, für Mut und für Lebensfreude. Tugenden, welche die Menschen Albas schätzten. Caitlyn trat neben Eboreus, berührte den Raben und Tränen rannen aus ihren Augen, denn Caitlyn und Eboreus gaben an diesem Tag ihre Hochzeit bekannt. Sie forderten alle Menschen auf, den Raben zu berühren und das Ornament zu schützen und in Ehren zu halten.
Der Boden, auf den die Tränen fielen, wurde grün und wunderschöne Blumen und Kräuter sprossen aus der Erde. Der Blick auf das Meer und den Fjord, sowie die besondere Situation ließen die Menschen auf die Knie fallen und Danu ehren. Bis heute hat das Land seinen Namen behalten, es ist der Caitlyn-Fjord.

Nach einigen Jahren wurde deutlich, wen Danu meinte, als sie davon sprach, den Bewohnern des Landes gegenüber freundlich zu sein. Immer wieder wurde plötzlich von seltsamen Begegnungen von Menschen mit Drachen gesprochen. Aber die Drachen verwüsteten keine Dörfer oder Weiler, sie fraßen kein Vieh der Menschen oder raubten Jungfrauen, sie suchten das Gespräch mit den Menschen und verschwanden dann wieder. Eines Tages erschien dann auch ein Drache bei Eboreus und Caitlyn. Er hieß die Menschen auf Yerodin willkommen und erzählte den beiden von ihrem nun gemeinsamen Land. Der Drache berichtete, das es auf Yerodin keine Orks geben würde, lediglich in den Eiszinnen und dem im Osten anschließenden Moor gäbe es Trolle. Im Norden befand sich der Sidhe Logh, der Feenwald. Weiteres wollte der Drache nicht über Yerodin erzählen, er wollte den Menschen zugestehen, selbst zu forschen und er wollte ihr verhalten beobachten. Er verriet noch, dass es drei Drachen auf Yerodin geben würde, einen schneeweißen Drachen, der gerade vor den beiden Menschen stand und einen prächtigen Anblick bot, sowie noch zwei blaue Drachen.
Damit verabschiedete sich der weiße Drache von Caitlyn und Eboreus. Die Drachen suchten aber immer wieder die Nähe vereinzelter Menschen und führten mit ihnen die unterschiedlichsten Gespräche. Die Namen der Drachen sind jedoch bis heute nicht bekannt.

Diese Geschichte ist der Anfang Yerodins und der Beginn des Geschlechtes derer von Yerodin.

Caitlyn und Eboreus blieben die Führer der aus ihrer ursprünglichen Heimat ausgewanderten Menschen und wählten den Titel eines Herzogs, der von nun an mit dem Segen der Großen Mutter und auch des Volkes Herrscher des Landes sein sollte.

Caitlyn und Eboreus wurden Zeit ihres Lebens nicht in Frage gestellt und auch ihre Nachfahren übten die Herrschaft über Yerodin offensichtlich mit großem Erfolg aus, denn sowohl der Titel als auch die Herrschaft über das Land ist von Beginn an in der Familie geblieben, bis heute.

 
Donnerstag, 19.10.2017
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